Maßnahmen zur Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle

       Initialbesatz        -         Erbrütung            -      Renaturierung

Initialbesatz

Zu Beginn des Wiederansiedlungsprojektes war klar, dass eine eigenständige Wiederausbreitung von Lachs und Meerforelle aus weit entfernten Restpopulationen (z. B. Skandinavien) nicht möglich war. Als Initial-Besatz wurden daher von 1982 bis heute über eine Million Meerforellen- und Lachs-Brütlinge in die Bäche des oberen Wümmesystems ausgesetzt. Diese hohen Besatzzahlen sind aufgrund der hohen natürlichen Sterblichkeit der Jungfische nötig: Von 1000 Jungfischen erreichen selbst unter optimalen Bedingungen nur etwa 2-3 Tiere das laichreife Alter. Inzwischen kehren jährlich schätzungsweise wieder über 400 Meerforellen und Lachse zum Laichen in die Wümme zurück.



Erbrütung / Bestandsstützung

Um die noch instabilen Populationen zu stützen, wird den Fischen bei der Fortpflanzung unter die Arme gegriffen. Bei ihren Laichwanderungen wird ein Teil der Elterntiere auf schonende Weise den Bächen entnommen, um ihnen die Eier (Rogen) und das Sperma (Milch) abzustreifen.

Anschließend werden die Eier in der vereinseigenen Brutanlage befruchtet und in einen Brutschrank
gelegt, der ständig von frischem, gefiltertem Wasser durchströmt wird. je nach Wassertemperatur vergehen bis zum Schlüpfen der Jungfische nun etwa 70-90 Tage. Die Brutausfälle sind bei diesem sehr betreuungsintensiven Verfahren - im Gegensatz zur freien Natur - sehr gering.


Wenige Tage nach dem Schlüpfen werden die kleinen Lachse und Meerforellen von Ende Februar bis Anfang April in die Freiheit entlassen und großflächig in den Bächen des oberen Wümmegebietes ausgesetzt. Aber auch andere Wiederansiedlungsprojekte im regionalen und überregionalen Umfeld werden im Rahmen unserer Möglichkeiten mit Meerforellenbrütlingen beliefert.

Anmerkung: Seit 2011 verzichten wir bis auf Weiteres auf die Erbrütung von Meerforelleneiern. Stattdessen beobachten wir durch regelmäßige Kontrollbefischungen intensiv die natürliche Reproduktion. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass sich die Meerforellen in erheblichen Mengen in Fintau sowie Ruschwede und Veerse natrülich fortpflanzen.

    Abstreifen eines Meerforellen-Weibchens (-Rogner)   /   Einjährige Meerforelle (Fotos: R. Gerken)

Wiederherstellung natürlicher Kies-Laichplätze

Eine dauerhafte Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle ist nur möglich, wenn sich die Fische selbständig fortpflanzen können. Die natürlichen, kiesigen Laichplätze dieser Fische sind aber durch Gewässerausbau und die stark überhöhte Sandfracht in unseren Bächen fast überall zerstört worden. Aus diesem Grund haben die Angelvereine Lauenbrück, Fintel und Westervesede begonnen, die Laichplätze dieser Fische wiederherzustellen. Dazu wurden an der Fintau, Ruschwede, Veerse und anderen Bächen große Mengen Kiese und Steine eingebracht,um großflächig Laichhabitate (Kiesrauschen) zu schaffen. Diese Maßnahme zeigt erste Erfolge: Inzwischen fangen Meerforellen wieder an, sich hier erfolgreich fortzupflanzen. Auch die Bestände anderer bedrohter Kleinfische, wie Mühlkoppe sowie Bach- und Flußneunaugen, nahmen seit Wiederherstellung der Kiesrauschen erheblich zu.

   Wiederhergestellte Kieslaichplätze in der Ruschwede bei Haswede und der Fintau bei Lauenbrück (Fotos: R. Gerken)

     Meerforellenbrütlinge im Kieslückensystem des Baches      Frisch geschlagene Meerforellen-Laichgrube in der Fintau (Fotos: J. Engelken / R. Gerken)

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Was ist noch zu tun ?

Trotz erfreulicher Zwischenerfolge sind für eine dauerhafte Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle noch vielfältige Anstrengungen seitens der Wasserwirtschaft, der Landwirtschaft, des Naturschutzes sowie der Angelvereine notwendig:

  • Fortführung des Artenschutzmanagements (Erbrütung, populationsstützender Besatz)
  • Renaturierung beeinträchtigter Fließgewässer
  • insb. Wiederherstellung natürlicher Kieslaichplätze
  • Reduzierung der unnatürlich hohen Sandeinträge (z. B. durch Anlage von Gewässerrandstreifen und Sandfängen)
  • Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit, v. a. an den Stauwehren im Mittellauf der Wümme bei Hellwege, Unterstedt, Ahausen und Scheeßel 
  • Ökologisch verträgliche Gestaltung von Wasserkraftanlagen in Scheeßel &  Eggersmühlen
  • weiterhin Schonung von Meerforellenlaich- und Jungfischhabitaten im Rahmen der Gewässerunterhaltung
  • Förderung eigendynamischer Fließgewässerentwicklung

Weitere Infos unter: www.wuemme-meerforelle.de

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Sponsoren gesucht !

Wenn Sie unser Wiederansiedlungsprojekt, das mit einem erheblichen ehrenamtlichen und  finanziellen Aufwand verbunden ist, unterstützen wollen, würden wir uns über eine Spende freuen (Spendenquittungen können natürlich ausgestellt werden). Vielen Dank !

ASV "Forelle" e. V. Lauenbrück - Konto-Nr. 811 026 - Sparkasse Scheeßel (BLZ 291 525 50)

- Stichwort "Meerforellen-Projekt"